Das erste Bomberman habe ich bereits in den 80ern auf meinem NES gespielt. Damals konnte man gerade mal mit 2 Controllern spielen. Den größten Spaß mit Bomberman hatte ich auf dem N64. Da gab es zeitweise täglich richtige Bomberman Orgien bei mir daheim. Spuren dieser Veranstaltungen sind immer noch meinem Zimmer anzusehen
Und das letzte Bomberman spielte ich auf der PSP. Was aber bei weitem nicht so prickelnd war. Ich glaube, es gab noch nicht mal einen Online Modus. Aber den gab es beim N64 auch nicht. Man mußte schon drei oder mehr Freunde einladen, um eine Bomberman Party feiern zu können. Auf jeder Konsole ist in den vergangenen 20 Jahren ein Bomberman erschienen. Und sogar auf dem PC gab es Ableger. Und nachdem die Xbox360 schon vor einiger Zeit Bomberman Live begrüßen durfte, erschien Bomberman Ultra am Donnerstag, recht überraschend und doch verspätet, auch auf der Playstation 3. Auch wenn die Namen sich nicht gleichen, die Spiele sind identisch.
Das Spielprinzip dürfte den meisten bekannt sein. Ein bis acht Spieler treten in einer Arena an (siehe Screenshots) und müssen sich zu Beginn erst den Weg frei bomben. Unter dem porösen Gestein befinden sich dann PowerUps. Man kann mit PowerUps bspw. mehr Bomben legen, hat eine höhere Reichweite bei der Explosion, kann schneller laufen oder Bomben weg treten. Und noch viel mehr. Außerdem gibt es PowerDowns, die dann analog negative Auswirkungen haben. Und als spannendes Element gibt es noch Krankheiten, die auch von Spieler zu Spieler übertragen bzw. weitergegeben werden können. Solche Krankheiten können negativ, aber auch positive Wirkung haben, wenn man weiß damit umzugehen. Zum Beispiel Unsichtbarkeit. Den Neuling dürfte das verwirren. Aber der Könner kann damit durchaus etwas anfangen.
Was hat sich geändert? Eigentlich nicht viel. Bomberman Ultra ist eher wieder “klassisch”. Hudson (der Entwickler) hat sich bei diesem NextGen Bomberman wieder auf alt Bewährtes konzentriert. Man kann eigentlich sagen “Neu ist hier nichts”. Man kann seinen Bomberman bzw. seine Bomberwoman mit Kostümen anpassen. Das Menü hierzu ist aber derart umständlich, dass sich meine Bomerwoman weiterhin mit rosa Tütü den Weg frei bombt. Neue Kostüme kann man sich frei spielen. Hierzu erscheinen während des Spielverlaufs Regenbogenfarbige Bällchen, die man blitzschnell einsammeln sollte, bevor es ein anderer tut. Also nicht wirklich prickelnd. Aber wir sind uns sicher einig, dass das nicht der Kern von Bomberman ist. Und damit komme ich zum Wesentlichen:
Es gibt 14 Arenen. Von der klassischen Version über Sandlöcher bespickte Arenen bis hin zu futuristischen Arenen, die mit Teleportern den kleinen Bomber verwirren. Persönlich bin ich Fan von der klassischen Version. Außerdem gibt es noch 6 Spielmodi. Ein weiteres Mal der klassische Modus und zusätzlich noch den Zombie und Paint Modus, bei dem man mit Bomben innerhalb einer vorgegeben Zeit den Boden einfärbt. Wer zum Schluss die meisten Farbfelder hat, gewinnt. Der Unterschied zwischen beiden Modi besteht darin, dass man beim Zombie Modus nicht stirbt. Wenn man hoch geht, verliert man nur all’ seine Farbfelder. Dann gibt es noch “Friendly Fire”, “Bombing run” und “Fragmode”. Jeweils noch nicht ausprobiert. Zombie und Klassisch fand ich bisher kurzweilig genug.
Grafik und Sound sind nicht besonders. Das Spiel selbst schreibt nach ein wenig Liebe. Viel Aufwand haben sich die Entwickler nicht gemacht. Und nach 30 Minuten Spielzeit hätte ich schon einige Verbesserungen zum Online-Modus. Und der Online-Modus ist wohl das wichtigste im Spiel. Denn Solo Kampagnen gibt es nicht und man kann eigentlich nur mit Freunden oder Online spielen. Derzeit sind nicht viele Spieler online. Liegt vielleicht daran, dass das Spiel bisher nur im US Store erhältlich ist (10 Dollar). Außerdem wurde nicht viel Werbung für gemacht. Oftmals ist dann die Verbindung sehr schlecht oder das Spiel bricht ab, da man mit Spielern aus Übersee spielt. Jedoch dürfte das eigentlich kein Grund für Verbindungsabbrüche sein. Meiner Erfahrung nach, hat der Spieleentwickler großen Einfluss auf die Online Gaming Experience (siehe Street Fighter 4: Da kann man fast gegen die ganze Welt “lagfrei” spielen).
Als Fazit bleibt dennoch zu sagen: Das Spiel lohnt sich! Entweder für kleine Parties zu Hause oder um online ein Sprengfest zu feiern. Herrlich ist bei diesem Spiel, dass es für jung und nicht ganz so alt geeignet ist und auch bei beiden Geschlechtern Gefallen findet. Eigentlich ein Pflichtkauf. Für Europa gibt es leider noch keinen Termin. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man darauf verzichtet. Mit 700 Millionen Einwohner ist Europa ja auch nicht gerade klein
Und lokalisieren muss man bei dem Spiel eigentlich gar nichts. Das würde ich zwischen Frühstück und Mittagessen auch schaffen. Also lasst uns hoffen, dass das Spiel den Weg nach Europa findet. Zum einen deshalb, damit sich mehr Spieler online tummeln und zum anderen, dass auch europäische PS3 Spieler ohne US Store Account mit diesem genialen Spiel ein paar Stunden erfreuen können. Folgend eine Pro- und Kontra-Liste, die jedoch nur meine Meinung und meinen Ersteindruck nach 4 Stunden Spielzeit widerspiegelt:
Kontra:
- Wenig Liebe in der Umsetzung. Es schaut einfach nach einem 10 Dollar Spiel aus.
- Oftmals Verbindungsproblme und Abbrüche bei Übersee-Verbindungen. Aber vielleicht haben meine Gegner auch einfach nur das Kabel gezogen.
- Eine volle Lobby ist ständig mit Drücken der X-Taste beschäftigt, damit es endlich los geht. Ich verstehe nicht wieso. Und wenn die Lobby voll ist und einer weigert sich zu drücken, kann man nur hoffen er geht von alleine raus oder die Lobby löst sich wegen ihm auf. Dass die Entwickler sowas nicht berücksichtigen regt mich tierisch auf. Kick-Funktion fehlt oder ein Timer, der das Spiel automatisch startet (z.B. wie bei WipEout).
- Grafik und Sound hätten wirklich mehr Liebe vertragen
Pro:
- Eine der besten Spielideen endlich auf NextGen
- Bomberman sagt einem, was man für ein PowerUp eingesammelt hat. Find ich persönlich sehr praktisch.
- Der Zombie Spielmodus ist sehr kurzweilig und witzig
- Bis zu 8 Spieler können online “bomben”, wobei bei 8 Spielern die Arena sehr voll ist.
- Es können 4 Perspektiven ausgewählt werden, wobei jeweils 2 eigentlich identisch sind 
- Spielsuche ist sehr einfach gestaltet und funktioniert schnell. Leider fehlen jetzt nur noch die offenen Spiele. Aber ein Tag nach Release ist das vielleicht noch zu viel verlangt bei einem PSN-Titel.
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