Grafiktabletts [1] gehören mit Sicherheit zu den innovativsten und gleichzeitig einfachsten Erfindungen der PC-Geschichte. Die Funktionsweise ähnlich wie bei einem Touchpad ist das Anwendungsgebiet jedoch ein anderes. Man kann damit zwar auch sehr bequem am PC navigieren, aber primär geht es um das Zeichnen und die Fotobearbeitung. Wer je versucht hat in einer Grafiksoftware mit der Maus zu malen, wünscht sich eine Lösung mit der man schöne und natürliche Linien aus dem Handgelenk schüttelt. Mit der Maus ist dies sicher auch möglich, wenn man ein wenig Übung hat, aber wirklich gute Ergebenisse erzielt man nur mit einem Grafiktablett (Pen Tablet).
Nachdem ich mich in letzter Zeit häufiger mit Fotobearbeitung und vor allem mit kreativen Schaffen in Form von Zeichnungen in Photoshop beschäftige wurde der Wunsch nach einem Grafiktablett zur Notwendigkeit und so habe ich wieder lange recherchiert, bevor ich meinen Geldbeutel geöffnet habe. Oft fällt der Name Wacom in Verbindung mit Photoshop. Wacom gehört scheinbar zum Porsche der Grafiktabletts. Dies zeigt sich auch im Preis. Es gibt Grafiktabletts in den größen von kleiner als DIN A6 bis hin zu DIN A3 und größer. Nimmt man das Beispiel Wacom, kann man für solche Tabletts 60-2000 Euro blechen. Wacom führt unter anderem die Produkreihen Bamboo, Intuos, Cintiq und die veraltete Graphire Serie. Bamboo und Graphiere gehören zu den Einsteiger-Modellen. Intuos und Cintiq sind für professionelle Anwender, die das finanziell auch zu spüren bekommen
Aber auch das Modell Bamboo, dass es in DIN A6 bis DIN A4 gibt sind nicht die günstigsten. So kann man bei Aiptek zum Beispiel ein DIN A4 Tablett (das 12000U) für ca. 90 Euro kaufen. Hingegen kostet das Wacom Bamboo DIN A6 auch 90 Euro. Da fragt man sich als Laie nun schon, wieso mehr Geld blechen.
Lange habe ich versucht Gründe für die Preisunterschiede zu finden und war mehr oder weniger erfolgreich. Begonnen hat meine Suche nach Erkenntnis mit der Information, dass Wacom Stifte ohne Batterie einsetzt. Obwohl der Stift Knöpfe aufweist, wird auf eine Energiequelle im Stift verzichtet, was äußerst komfortabel und stressfrei ist. Denn der Batteriewechsel bei anderen Herstellern wird bei häufigen Gebrauch sehr nervig. Zweiter Punkt ist die Genauigkeit der Tabletts. Ohne aus Erfahrungen sprechen zu können, wird Wacom eine sehr gute Genauigkeit nachgesagt, was sich natürlich im Preis niederschlägt.
Doch welche Vorteil hat man durch die Größe. Ich war mir anfangs unschlüssig, ob ich ein DIN A6 oder doch lieber DIN A5 kaufen soll. Mit 15 x 10cm aktiver Fläche ist das Bamboo Fun Small (DIN A6) vom Klang her recht klein. Doch preislich war das Medium (DIN A5) Modell fast um das Doppelte teurer. So habe ich mir zu Testzwecken erst das kleine Modell besorgt. Sofort war ich begeistert. Handschrift wird endlich authentisch und meine kleine Comics schauen nun schön aus. Der gesamte Bildschirm samt der Auflösung von 1280×1024 wird auf die kleine Fläche des Tabletts projeziert. Will man somit auf den Windows Start Button drücken, muss man ganz links unten auf das Tablett drücken. Das bedeutet, dass man viel Bewegung in Unter- und Oberarm bekommt. Selbst bei dem kleinen Tablett. Nun stelle man sich vor, dass man ein größeres Tablett hat und somit noch weitere Wege zurück legen muss. Das stelle ich mir nicht komfortabel vor. Und wenn man bedenkt, wie man auf Papier zeichnet, verwendet man den Stift auch nur auf kleinen Stellen an und schiebt das Blatt bzw. die Hand hin und her. Somit ist die Größe DIN A6 scheinbar in Ordnung. Nur wenn man ein DIN A4 Blatt am Monitor zu 100% darstellt und eine Linie zieht, wird auf Grund der Skalierung Monitor->Brett die Linie recht zittrig.
Interessant ist bei der Thematik Größe auch die Äußerung eines Dozenten [2], die mir Günther (Danke!) genannt hat: Sein Mediengestalter sagte, dass die Größe mehr oder weniger egal sei und die Geräte um 100 Euro fast genauso gut seien, wie die teueren Modelle. Desweiteren sagte der Dozent, dass bei den großen Geräten (DIN A4) einem nach einer gewissen Zeit die Hand abfällt, weil man so große Bewegungen machen muss.
Somit fühle ich mich bestätigt im Kauf meines Wacom Bamboo Fun Small und werde nun nur noch meinen Skill üben müssen, damit ich die Fähigkeiten das Tabletts ausreizen kann.
[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Grafiktablett
[2] http://ionoi.blogs.sonance.net/
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