Test: Hori Real Arcade Pro 3
Ok, nun habe ich es doch getan. Ich habe mir mit Ankunft von BlazBlue auch einen Arcade Stick von Hori gekauft. Eine Zeit lang waren die Dinger in Deutschland absolut ausverkauft. Grund hierfür war das Erscheinen von Street Fighter 4, was wohl eine Menge Leute dazu animiert hat sich so einen Arcade Klotz zu kaufen. Zugegeben, dieser ist nicht ganz billig, aber ich habe deshalb auf einen günstigen Import aus Japan verzichtet, da im Falle von Gewährleistung die ganze Abwicklung ein wenig schwer wird. Somit habe ich lieber bei Amazon Deutschland zugeschlagen [1]. Außerdem hatte mein Daumen schon wieder angefangen zu schmerzen als ich die ersten Viertelkreise mit Taokaka gedrückt habe.
Wenn man das Netz durchstöbert und auf der Suche nach einem hochwertigen Stick ist, bekommt man vor allem zwei Modelle genannt. Den Mad Catz Tournament Edition [2] und den Hori Real Arcade Pro 3 [1]. Bekannten Spielemagazine sehen den Mad Catz TE vorn. Vor allem deshalb weil er einen 8-Wege Joystick von Sanwa und Sanwa Buttons hat. Sanwa gehört zu den besten Herstellern für Arcade Parts. Der Hori hingegen hat nur einen Joystick von Sanwa. Die Knöpfe sind “Unbekannt” (Anm. d. Red.). Das merkt man sogar als Laie. Also damit meine ich mich. Ich habe sofort das Gefühl gehabt, dass die Knöpfe ein wenig schwammig sind. IGN übertreibt hingegen in ihrer Beurteilung der Knöpfe und des Joysticks [3]:
As for the buttons themselves, the Pro. EX’s button mechanisms are a bit flimsy. The button and their encasing rings wiggle around quite freely within their mounts, which ultimately lessens the amount of perceivable control for the player. The button response also seemed to be irregular from button to button on the Pro. EX, during attempts to perform quick punches and kicks, the in-game translation of our button tapping was inconsistent, often missing half of our intended strikes. Similarly, we found that the joystick had trouble effectively translating our commands, and at times almost seemed to be delayed.
Der Pro EX ist die Xbox Version. Und sollte meines Wissens nahezu baugleich zum Pro 3 sein. Außer dass der EX einen Kopfhörer Anschluss hat und ein klein wenig bunter aussieht. Hingegen hat der Mad Catz TE ein Kabelfach, was ich ziemlich genial finde. Hinter einer kleinen Klappe kann man das Kabel im Gehäuse verstauen.
Wie auch immer. Ich kann jetzt nur subjektiv meine Wertung zum Hori abgeben. Zum einen sagte ein Bekannter, dass auf einem Turnier, das er besucht hatte mehrere Mad Catz TE kaputt gegangen sind und zum anderen hat er mir den Hori wärmstens empfohlen. Und einer solchen Empfehlung schenke ich für gewöhnlich am meisten Vertrauen. Wobei ich mir vorstellen könnte, dass das hier einer Diskussion ähnelt, ob nun AMD oder Intel besser ist. Beide Sticks dürften gleich hochwertig verbaut sein. Beide wiegen fast 3kg und sind ein ordentlicher Trumm auf dem Schoß. Wahlweise montiert man sich sowas auf den Tisch oder stellt es nur drauf. Oder man stellt sich das Ding auf die Beine. Ich finde letzteres die praktikabelste Lösung. Wie schon erwähnt… Die Knöpfe sind beim Hori schwammig. Mir persönlich hat der Stick etwas zu große Wegstrecken. Also ich meine, dass man den Stick recht weit bewegen muss, bis das Ereignis ausgelöst wird. Bei eine Forward-/Backward-Dash ist das recht nervig. Das dürfte bei Mad Catz aber genauso sein, da Sanwa. Die Knöpfe kann man sich auch ganz einfach austauschen und so werde ich vielleicht in naher Zukunft die 8 Knöpfe mit Sanwa ersetzen. Im arcadeshop.de [4] bekommt man die für stolze 2 Euro das Stück. Sticks kosten dann schon fast 20 Euro. Also kann man beim Hori nochmal 16-36 Euro ausgeben. Dafür ist das einbauen bei den neuen Stick-Generationen recht leicht. Keine Torx-Schrauben und nichts zu löten. Einfach aufschrauben und Steckerverbindungen lösen.
Gewiss klingt es so als wäre der Hori im Nachteil und man müßte noch mehr Geld investieren um ihn zu optimieren. Aber ich habe hier meinem Gefühl und dem Markennamen Hori vertraut. Mad Catz war für mich immer ein Hersteller bzw. Reseller von 3rd party components und mein Vertrauen in diese Parts ist nicht besonders hoch, wenn auch das nicht heißt, dass sie unbedingt schlechter sind. Ist vielleicht mein angeborenes “Markensau-Gen”.
In Foren findet man oft Diskussionen, ob man nun mit Stick oder Pad besser spielt. Als Antwort darauf, habe ich neulich einen Satz gefunden, der dieser Diskussion für immer ein Ende bereitet und ich so auch sofort unterschreiben kann:
Mit Stick spielt man nicht zwingend besser als mit Pad – jedoch hat man einmal mit Stick gespielt, möchte man ihn nicht mehr missen.
Genau. Eigentlich wollte ich den Stick nur testen, weil er mir viel zu teuer war. Jetzt behalte ich ihn doch, weil a) mein Daumen nicht mehr weh tut und b) das Gefühl wirklich authentisch ist. Das nächste Mal berichte ich dann über das Modding vom HRAP3.
[1] Link zum HRAP3 (Amazon)
[2] Link zum Mad Catz (Amazon)
[3] http://uk.gear.ign.com/articles/952/952254p1.html
[4] http://www.arcadeshop.de/
Wenn man überlegt, dass man für einen kompletten Wii-Controller (Wiimote, Nunchuck, Classic Controller und Wiimotion Plus) knapp 80€ ausgeben muss— dann ist das Arcade Pad gleich nicht so teuer.
Ähh…. 100€